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Stadt und Stadtteil

Presseerklärung des Oberbürgermeisters
der Stadt Heidelberg, Dr. Eckart Würzner

Download am 17.05.2010 von http://heidelberg.de/servlet/PB/menu/1099733/index.html,

 

Heidelberg wird Modellstandort für gemeinsamen Unterricht junger Menschen mit und ohne Behinderung

Im Rahmen des Landeskonzeptes zur schulischen Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung wird die Stadt Heidelberg eine zentrale Rolle spielen. Das Land hat den Schulamtsbereich Mannheim als einen von fünf Schwerpunktregionen ausgewählt, zu dem auch Heidelberg gehört.

In einem Schreiben vom 4. Mai an den Städtetag Baden-Württemberg betont die baden-württembergische Kultusministerin Professor Marion Schick, dass sich die Vorstellungen der Stadt Heidelberg und die Überlegungen im Kultusministerium „getroffen“ hätten und Heidelberg seinerseits beste Voraussetzungen als Schulversuchsstandort mitbringe.

„Inklusion“ ist der Fachbegriff, der mit dem Schulversuchsstandort verbunden ist. Die inklusive Pädagogik beruft sich auf die auch in Deutschland verbindliche Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und fordert, dass Schule den Bedürfnissen aller Schüler – behinderten und nicht behinderten – gerecht werden müsse. Für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf soll gemeinsam mit Eltern und Schulen die jeweils beste Lösung gefunden werden. Gleiches gilt für Schülerinnen und Schüler mit chronischen Erkrankungen, deren Bedürfnisse ebenfalls gezielt in den Blick genommen werden sollen.

Bereits jetzt ist Heidelberg eine Stadt, die offen ist für Menschen mit Handicap. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: „Die Aufnahme Heidelbergs als Modellstandort des Landes stellt eine Anerkennung für die vielfältigen Leistungen in der Stadt dar und zeigt, dass unsere Stadt hervorragende Voraussetzungen für Weiterentwicklungen bietet. Wir können viele vorhandene Erfahrungen in den Schulversuch einbringen. Unser Ziel ist es, Modellprojekte zu initiieren, von denen viele andere Städte in Baden-Württemberg profitieren werden. Auch der Heidelberger Zukunftsstadtteil Bahnstadt bietet dafür beste Möglichkeiten. Wir freuen uns, dass das Land Baden-Württemberg uns hierbei unterstützen möchte.“

Die Stadt hat eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Pädagogischen Hochschule, des Staatlichen Schulamtes Mannheim und Heidelberger Schulleitungen ins Leben gerufen, die beim Schulversuch mitarbeiten wird.

Heidelberg kann bereits jetzt auf ein reiches Erfahrungsspektrum zurückgreifen:

  • Mit der Graf von Galen-Schule gibt es in Heidelberg eine Schule für Geistigbehinderte, die innerhalb Baden-Württembergs über die längsten und umfangreichsten Erfahrungen auf dem Gebiet der Integration verfügt. Weitere erfahrene und erfolgreich arbeitende sonderpädagogische Einrichtungen, wie beispielsweise die Robert-Koch-Schule mit ihrer bundesweit beachteten Ausbildungsinitiative, befinden sich in der Stadt und in der unmittelbaren Umgebung.

  • Viele allgemeinbildende Schulen verfügen über umfangreiche Erfahrungen mit der Einzelintegration und verschiedenen Kooperationsformen zwischen allgemeinbildender und Sonderschule.

  • Die Planungen für eine komplett neue Schule und eine vorschulische Einrichtung auf dem Campus im Zukunftsstadtteil Bahnstadt bietet die einmalige Chance, alle vorhandenen Erfahrungen auf dem Gebiet der Integration/Inklusion und die Erkenntnis über künftige Erfordernisse in die Planungen mit einfließen zu lassen und hier ein bedürfnisgerechtes und zeitgemäßes Angebot für Familien mit behinderten Kindern zu eröffnen.

  • Mit der Pädagogischen Hochschule und ihrer Fakultät für Sonderpädagogik verfügt Heidelberg über eine äußerst kompetente und fortschrittliche Forschungs- und Lehranstalt, die eine wissenschaftliche Begleitung des Schulversuchs direkt vor Ort ermöglicht.

  • Die Bildungsregion Heidelberg und die Arbeit des Regionalen Bildungsbüros, das in gemeinsamer Verantwortung des Landes und der Stadt tätig ist, schließen als zentrale Zielsetzung den Bildungserfolg für jedes Heidelberger Kind, Kinder mit Bildungsrisiken und Kinder mit Behinderung oder chronischer Erkrankung besonders ein.

  • In der Stadt Heidelberg ist in den vergangenen Jahren ein enges Netzwerk für „chronisch kranke Kinder in allgemeinen Schulen“ geschaffen worden, das getragen wird vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin (Kinderklinik), der Kinder- und Jugendpsychiatrie (beide Universitätsklinikum), der Klinikschule, dem Gesundheitsamt und der Arbeitsstelle Kooperation beim Staatlichen Schulamt Mannheim.

Bürgermeister Dr. Joachim Gerner: „Bisher ist die Inklusions-Diskussion besonders vom Bildungsbereich forciert worden. Inklusion geht aber über den Schulbereich hinaus und betrifft alle Lebenslagen und alle Lebensphasen. Das haben wir in Heidelberg erkannt und einen ganzheitlichen Ansatz gewählt. In die Modellentwicklung sind deshalb nicht nur das Amt für Schule und Bildung, sondern auch das Amt für Soziales und Senioren sowie das Kinder- und Jugendamt von Anfang an einbezogen worden.“